Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
nur noch eine Woche bis zur bundesweiten Kundgebung und Demonstration in Berlin gegen die Erhöhung der Truppen und für den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan!
Hier ein paar weitere Informationen an alle Friedensgruppen, Organisationen und Einzelpersonen, die mit uns für die Beendigung des Kriegseinsatzes in Afghanistan sind.
Bundesweite Kundgebung mit anschließender Demo: Samstag, 20. Februar 2010 von 13 bis 16 Uhr In Berlin (Auftakt 13 Uhr Bebelplatz)
Auf der Kundgebung werden u.a. sprechen: Eugen Drewermann, Claudia Haydt, ein(e) Vertreter(in) von DIDF, ein(e) Vertreter(in) der Studierenden, eine/ Gewerkschaftsvertreter/in.
Nach der Kundgebung wird sich ein Demonstrationszug Richtung Brandenburger Tor und Reichtsgsgebäude anschließen. Am Platz des 18. März (Brandenburger Tor, Westseite), wird es gegen 15.00 Uhr eine Die-In Aktion der IPPNW geben. IPPNW lädt herzlich ein dabei mit zu machen! Mediziner/innen in weißen Kitteln und mit Stethoskopen werden vor Körpern in schwarzen Leichensäcken stehen.
Zum Abschluss (zwischen 15.45 und 16 Uhr) sollen in unmittelbarer Nähe des Reichtagsgebäudes die – hoffentlich zahlreich aus dem ganzen Bundesgebiet mitgebrachten – Ortsschilder demonstrativ niedergelegt werden. Auf diese Weise soll dem Bundestag zum Ausdruck gebracht werden, dass die Bevölkerung den Afghanistan-Krieg ablehnt und einen schnellstmöglichen Truppenabzug befürwortet.
Demonstranten, die mit Bussen anreisen, sollten beachten: Die Busse fahren direkt zum Kundgebungsort (Bebelplatz), Unter den Linden. Die Busse können dann an der Straße des 17.Juni (zwischen Brandenburger Tor und Itzak-Rabin-Straße) parken. Dort ist auch der Treffpunkt für die Rückfahrt der Busse. (Fußweg vom Ende der Aktion bis zu den Bussen im Falle der Unpassierbarkeit des Tiergartengeländes etwa 20-30 Minuten, sonst 5-10 Min.) Wen n ihr die Busrückfahrt auf 16.30 Uhr ansetzt, seid ihr also auf der sicheren Seite.
Busverantwortliche aus den verschiedenen Regionen melden sich bitte mit einer verbindlichen handy-Nr. beim Kampagnenbüro (Lühr Henken, zur Zeit Berlin, c/o IALANA, Tel.: 030-20616028) oder per e-mail: mailto:afghanistan.aktion@yahoo.de
Kommt nach Berlin! Bringt Ortsschilder mit!Die Friedensbewegung muss sich wieder Gehör verschaffen.
Mit besten Grüßén
Peter Strutynski (Bundesausschuss Friedensratschlag)
P.S.:
Aufruf (“Kein Soldat mehr”) und viele andere Hinweise auf die Kundgebung in Berlin erhaltet ihr auf der Website der Kampagne: http://www.afghanistandemo.de
BERLIN NIMMT MIT DER WELTWEIT ERSTEN SILENT CLIMATE PARADE AM UMFANGREICHSTEN KLIMA-AKTIONSTAG DER GESCHICHTE TEIL: MEHR ALS 2000 EVENTS AUF DER GANZEN WELT
350 Raver mit Funkkopfhörern werden am 24. Oktober vom Potsdamer Platz zum Alexanderplatz tanzen und zwar als Teil des größten globalen Klima-Aktionstages, den es je gegeben hat. Die DJs Dr Motte (Gründer der Loveparade) und Dirty Doering (Held der Bar25) werden auflegen, damit treffen 20 Jahre nach der ersten Loveparade zwei Generationen Berliner DJs aufeinander. Doch nur die 350 Demonstranten hören ihren Sound, da sie mit Funkkopfhörern ausgestattet sind. Bewegungen, Aktionen und Choreografien der Teilnehmer bleiben für Passanten rätselhaft: Leise, flash-mobbig, stylisch, irritierend. Den staunenden Zuschauern werden Flyer überreicht. Die Parade ist emissionsfrei, der Wagen wird von einem Elektromobil gezogen und die Musikanlage von Powershuttles mit Solarstrom angetrieben.
Die Silent Climate Parade — eine von mehr als 2252 Veranstaltungen in mehr als 151 Nationen— wird von 350.ORG koordiniert, um die Politiker der Welt dazu zu bringen, schnell und effektiv gegen globale Erwärmung vorzugehen. Das ist die größte globale Kampange, die je um ein wissenschaftliches Resultat herum organisiert wurde: 350 ppm (Teilchen pro Million) CO2 ist laut jüngsten wissenschaftlichen Ergebnissen die sichere Obergrenze für die Atmosphäre.
ABLAUFPLAN 24.10.2009: 14 Uhr Warm-Up am Potsdamer Platz 15 Uhr Beginn der Parade. DJs Dr Motte und Velten Doering ca 17 Uhr Ankunft Alexanderplatz 18 Uhr Ende der Party
KOPFHÖRER RESERVIEREN: Da die Zahl der Kopfhörer streng limitiert ist, bitte rechtzeitig reservieren unter www.climateparade.de/mitfeiern Zur Parade selbst Personalausweis oder PhotoID mitbringen, um Kopfhöhrer auszuleihen!
ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN: Fotos des Events wird man sich auf www.climateparade.de ansehen können. Fotos der Events, die auf der ganzen Welt stattfinden werden, stehen auf http://3.50.org/media zur freien Verfügung.
Twitter: #350 #scpberlin
Wir bedanken uns bei unseren PARTNERN, die diese Aktion erst möglich gemacht haben: silentconcept.de, Still AG, blog.anounz.de, fashion-insider.de, Gravis GmbH
Am 24. Oktober werden Aktivisten weltweit dafür demonstrieren, 350 als wichtigste Zahl des Planeten zu etablieren. Zur gleichen Zeit werden Menschen auf jedem Fleckchen Erde ähnliche Aktionen durchführen: von Bergsteigern, die 350 Plakate weit oben auf den schmelzenden Hängen des Mount Everest halten, bis zu Regierungsabgeordneten der Malediven, die ein Kabinettsmeeting unter Wasser abhalten, um Handlung gegen Klimawandel einzufordern, bevor ihre Nation verschwindet. 350 steht für 350 Teile Kohlendioxid in der Atmosphäre, das ist das Niveau, auf dem der Klimawandel noch zu kontrollieren wäre. Die Zahl stammt von James Hansen von der Nasa, wird aber inzwischen auch von Rajendra Pachauri, IPCC-Chef unterstützt.
Für weitere Informationen zur globalen 350-Kampange und den weiteren in Berlin stattfindenden Events: Diana Vogtel von 350.org: diana(@)350.org oder Daniel Kruse, Nest Social Media Agentur für (öko)soziale Zwecke, mobile. daniel(@)nest.im
ZU 350.ORG Gegründet vom Author und Umweltschützer Bill McKibben ist 350.ORG die erste großangelegte globale Kampagne gegen Klimawandel. Zu ihren Anhängern gehören führende Wissenschaftler wie Rajendra Pachauri (IPCC) oder James Hansen (NASA), Regierungen von 89 Ländern und sehr viele verschieden Nichtregierungsorganisationen aus den Bereichen Umwelt, Gesundheit, Entwicklung und Religion. Alle sind sich einig, dass die aktuelle Menge an CO2 in der Atmosphäre – 390 ppm – dem Planeten und seinen verletzlichsten Bewohnern Schaden zufügt und dass die Regierungen bei der Klimakonferenz in Kopenhagen handeln müssen, um den CO2-Gehalt der Atmosphäre schnell zu senken.
dr. motte wird am samstag den 22.8.2009 an der fuckparade teilnehmen und am sonntag den 23.8.2009 im mauerpark die aktion vom samstag für den support des mauerparks und der freunde des mauerpark e.v. von 12:00 bis open end musik spielen. wer will bringt auch seine musik auf einem usb stick oder so mit.
seit auch ihr dabei, die verstuttgartisierung berlins zu stoppen!
———————— dr. motte sagt: “freiräume für menschen und kreativität erhalten. stoppt den ausverkauf berlins!”
Hilfe! Berlin zerstört Freiräume und damit freie Kultur, die sich an der Spree nach dem Mauerfall bildeten. Ein Volksentscheid vor einem Jahr, hatte sich zu 80% gegen die Mediaspree ausgesprochen. Der Berliner Senat (SPD/Die Linke) bauen trotzdem. Ein wichtiger Bestandteil der Berliner Kultur wird damit verschwinden. Weitere Infos unter www.megaspree.de und www.mediaspree-versenken.de // außerdem bedroht: das SO36 und der Mauerpark!
Am 1. August 2009 werden zum 13. Mal im Rahmen der Hanfparade Menschen in Berlin auf die Straße gehen, um für den längst überfälligen Kurswechsel in der Cannabispolitik zu demonstrieren. Denen, die für die Bundestagswahl kandidieren, soll gezeigt werden, daß auch nach der Bundestagswahl eine Politik nicht hingenommen wird, die Menschen um ihren Arbeitsplatz, ihr Ansehen, ihre Gesundheit und ihre Freiheit beraubt. Die Gebraucher von psychotrop wirkenden Cannabisprodukten wollen sich von doppelmoralischen Gesundheitsaposteln und verlogenen Politikern ihre Selbstbestimmung nicht nehmen lassen und fordern von den Verantwortlichen gerechtes Handeln:
Das Recht eines jeden, eine heimische Pflanze für seine persönlichen Bedürfnisse zu kultivieren.
Einen geregelten Verkauf für Cannabisprodukte, um das Gesundheitsrisiko für jeden Konsumenten kalkulierbar zu machen – bisher ein Privileg der Alkohol- und Nikotinfreunde.
Objektive, und vor allem, glaubwürdige Aufklärung, die Mündigkeit vermittelt, kurz: Eine freie Wahl!
Mit der Hanfparade 2009 wird in der Öffentlichkeit eine Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genußmittel thematisiert – mit Musik, Redebeiträgen, Diskussionen und Kreativität!
Die Auftaktkundgebung zur Hanfparade 2009 beginnt um 13:00 Uhr am Berliner Fernsehturm.
8000 Teilnehmer folgten dem Aufruf der Megaspree Demo gegen die Zerstörung kultureller Freiräume in Berlin, durch ignorante Politiker wie der Regierende Bürgermeister Herr Klaus Wowereit und durch Finansinvestoren / Immobilienfonds (Heuschrecken) mit dem Bau der Mediaspree. Trotz Volksentscheid und dem Ergebnis von 80% gegen die Mediaspree läßt Herr Wowereit nämlich trotzdem Bauen! Geplant ist neben noch mehr Leerstehenden Büroflächen unter dem Namen “SpreeUrban” auch eine Flaniermeile am Ufer und ruhigen Plätzen zum entspannen! Herr Wowereit bezeichnet das Projekt als Chance für neue Arbeitsplätze, zerstört aber die an der Spree existierende Kulturellen Institutionen die dann ihre Freiflächen verlieren. Arbeitsplätze werden zerstört.
Dr. Motte sagt: “Sieht so ihre schwule Politik aus Herr Wowereit? Für Nachhaltigkeit! Spree-Ufer für alle! Für den Erhalt der Freiräume in Berlin! “
Hier die Videos von der Megaspree Demo am vergangenen Samstag in Berlin gegen die Mediaspree…
Nach dem Willen der Berliner Stadtreinigung soll es mal so am Spreeufer aussehen…
mit dem motto: ardiggl drei – mier komme nei! findet der csd dieses wochenende in würzburg statt. dr. motte wird dort am samstag auf dem umzug, der aftershowparty und der afterhour party auflegen und durch seine anwesentheit die forderungen des csd’s unterstützen.
der umzug startet um 15:oo an der alten mainbrücke
Die Toleranz Fabrik e.V. ist Veranstalter des CSD Würzburg
dr. motte: “schwule dürfen nicht länger diskriminiert werden. dies muß auch in das antidiskriminierungsgesetz aufgenommen werden. ich freue mich schon riesig auf den csd. also raus auf die straße!”
Die „Loveparade Metropole Ruhr 2007-2011“ kann 2009 nicht in
Bochum stattfinden. Die Kapazität der vorhandenen Infrastruktur in Bochum reicht für
die Bewältigung der erwarteten Besuchermassen nicht aus – die Parade ist in den
vergangenen Jahren zu stark gewachsen. Darüber hinaus haben vor allem
umfangreiche Gleisbauarbeiten der Deutschen Bahn zur Konsequenz, dass nur ein
Teil der erwarteten Besucher tatsächlich zur Veranstaltung gelangen würde.
Der Bitte der Stadt Bochum, auf dieser Grundlage für 2009 die Loveparade nicht in
Bochum zu veranstalten, hat der Veranstalter, die Lopavent GmbH, entsprochen.
Lopavent ist der Auffassung, dass unter diesen Rahmenbedingungen eine
Loveparade, wie sie in den letzten Jahren stattgefunden hat, nicht möglich ist. Ein
alternativer Austragungsort ist für 2009 nicht vorgesehen.
Das Konzept der „Loveparade Metropole Ruhr 2007-2011“ ist es, in fünf Jahren fünf
verschiedene Städte nacheinander zu bespielen – in urbaner, zentrumsnaher Lage.
Erklärtes Ziel: die gesamte Metropole Ruhr abzubilden und konzeptionell zu
integrieren. Dies ist in enger Zusammenarbeit mit der Region in den letzten beiden
Jahren hervorragend gelungen.
Der Erfolg der Loveparade in Essen (2007) und Dortmund (2008) übertraf die
Erwartungen der Metropole Ruhr und des Veranstalters bei weitem. Nach 1,2 Mio.
Besucher 2007 gab es mit 1,6 Mio. Besucher 2008 einen neuen Rekord, aber auch
damit neue Herausforderungen. Für 2009 wäre, nicht zuletzt auch wegen des 20-
jährigen Bestehens der Loveparade, mit einem mindestens gleich großen Interesse zu
rechnen.
Loveparade-Chef Rainer Schaller: „Die Metropole Ruhr hat der Loveparade zu einer
ungeahnten Größe verholfen. Der Preis des Erfolgs ist jetzt, dass wir vor einer enorm
großen Herausforderung für die kommenden Jahre stehen. Wir werden jetzt die Zeit
nutzen und die kommenden Städte eingehend prüfen, um bei Ruhr 2010 wieder dabei
zu sein.“
Freiräume entwickeln, erkämpfen, erhalten!
Die Verhältnisse zum Tanzen bringen!
Deutschland den Schlaf rauben!
Strassen zu Tanzflächen, Freiräume statt nationaler Euphorie!
Die Verhältnisse zum Tanzen bringen! Deutschland den Schlaf rauben!
Strassen zu Tanzflächen, Freiräume statt nationaler Euphorie!
Appropriate your City!
Amusement – so Adorno/Horkheimer – ist die Verlängerung der Arbeit unterm Spätkapitalismus. Die Verlängerung unseres Alltags aus Schule, Uni, Lohnarbeit. Dieses Amusement – und das ist die dialektische Form der Kulturindustrie – bietet dennoch auch einen Möglichkeitsraum, einen Raum zum Ausprobieren, einen Raum in dem ich die Normierungen des Alltags wie Geschlecht, etc. zurückweisen kann, in dem ich nicht den Traum träumen muss, sondern aus dem bösen Traum erwachen kann der mich einschränkt, normiert, funktionalisiert und determiniert – der Traumschlaf der kapitalistischen Vergesellschaftung. Zwar bahnen sich die Weckreize und Störgeräusche mal laut, mal leise, übersteuert und verzerrt aus den Lautsprechern des Soundsystems, so tragen sie bestimmt das Signal der Störung des Alltäglichen in sich. Tanzen auf einer Tanzfläche, die die Stadt ist, Tanzen als Protest. Und tanzend holen wir uns die Stadt zurück.
The Way we were…
Bereits seit 1995 finden in Frankfurt Nachttanzdemos statt. In breiten Bündnissen zwischen kulturellen und politischen Gruppen der Stadt wurde von Beginn an versucht, Alltag, Politik und (Party)Kultur zu verbinden.
Die 1995 erstmals organisierte Nachttanzdemo widmete sich Themen wie Innenstadt- und Sicherheitspolitik und kritisierte die zunehmende Privatisierung des »Öffentlichen Raums« und die damit einhergehende soziale und rassistische Ausgrenzung. In den nächsten Jahren variierten sowohl die Organisator_innen als auch die Themenschwerpunkte. So wurde sich unter anderem auch mit der bis 2001 bestehenden Sperrstunde, Partypolitik, Studiengebühren, Freiräumen und Repression auseinandergesetzt. Der Gedanke Freiräume zu schaffen und sich Teile der Stadt wieder anzueignen um in diesen, fern von Sexismus, Homophobie, Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus und Nationalismus, feiern, tanzen, und Politik machen zu können, war immer Bestandteil der Nachttanzdemos.
Da die Nachttanzdemo immer eine Verbindung von kulturellen und politischen Praxen darstellte, war sie wie nicht anders zu erwarten auch schon immer von Repression betroffen. Dies manifestierte sich auf der letzten Nachttanzdemo durch einen Angriff der Polizei und den daraus folgenden Auseinandersetzungen. Der Angriff auf die Nachttanzdemo im letzten Jahr war für einige Besucher_innen der Nachttanzdemo vielleicht unerwartet, doch im Kontext der sich verschärfenden Repression gegenüber (linken) Interventionsversuchen (wie im Vorfeld des Naziaufmarschs am 7.7.07 und am Tag selbst oder die unzähligen Festnahmen bei den Studierendenprotesten) ist diese gängige Praxis.
Raven gegen Deutschland!
In diesem Jahr soll die Nachttanzdemo der zeitweise überall präsenten Deutschtümelei entgegentreten. Aus diesem Grund findet die Nachttanzdemo in der Nacht zum 3. Oktober, dem »Tag der deutschen Einheit« statt. Wie bereits bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 hat sich auch bei der Euro 2008 beim »public viewing«, in den Kneipen und Wohnzimmern der sogenannte Partypatriotismus breitgemacht. Die ganze Stadt war eingenommen von Deutschlandfahnen oder sonstigen schwarz-rot-goldenen Accessoires, von unzähligen Leuten, die plötzlich vereint, die Nationalhymne oder andere dumme Reime auf Deutschland gröhlten. Diese unverkrampfte Begeisterung für Deutschland wurde auch wie bereits zwei Jahre zuvor wieder durchweg positiv rezipiert von den Medien und Politiker_innen. Diejenigen, die sich nicht in diesen nationalistischen Taumel einordnen wollte, wurden zu Spassverderber_innen und ewig Gestrigen abgestempelt. Das Abfeiern von Deutschland ist aber keinesfalls nur die Begeisterung für elf Hanseln die einen Ball treten, sondern die Aufgabe der individuellen Bedürfnisse für etwas »größeres«, die Nation, Deutschland. Mit der Inszenierung Deutschlands, als einem Land auf das mensch endlich wieder stolz sein kann, werden aber nicht nur weite Teile des deutschen Alltags ausgeblendet, der immer noch durch rassistische Übergriffe, antisemitisches Ressentiment und einer immer stärker werdenden rechten Szene geprägt ist, auch die deutsche Geschichte scheint völlig überwunden und kann damit getrost vergessen werden.
Wie jedoch etliche Studien belegen können (z.B. »Deutsche Zustände« von Heitmeyer 2007) steht das wieder salonfähig gewordene Nationalgefühl nach wie vor für Rassismus und Ausgrenzung und nicht nur für harmlose Parties in Flaggenmeeren.
Der Partynationalismus folgt dergestalt den Motiven der Kulturindustrie, dass er für Deutschland wirbt, er ist eine verschleierte Ideologie. Während sich das Spießer_innentum dieser »Party« gerne anschliesst, mobilisiert es umso mehr gegen alles was sein binäres Bild in Frage stellt. Diese Art des »Feierns« ist geordnet, identifizierend und antihedonistisch, und sie muss gefälligst irgendwann vorbei sein. Antihedonismus, der Hass auf das Sinnliche, muss sich immer schon von der Möglichkeit wirklicher sinnlicher Erfahrung abgrenzen, an deren Stelle tritt das Klischee mittels dem die Welt in gut und böse aufgeteilt wird.
Dem Umlügen einer abstrakten Nation zur konkreten »Volksgemeinschaft« schmiegt sich heimelig auch die Vorstellung einer »entarteten Kunst« an, die beständig als zu »abstrakt« gebrandmarkt wird. Der Gedanke an das Glück ohne Macht muss nicht nur beständig verdrängt werden, sondern komplett aus dem Blickfeld verschwinden:
»Noch als Möglichkeit, als Idee müssen sie den Gedanken an jenes Glück immer aufs neue verdrängen, sie verleugnen ihn um so wilder, je mehr er an der Zeit ist. Wo immer er inmitten der prinzipiellen Versagung als verwirklicht erscheint, müssen sie die Unterdrückung wiederholen, die der eigenen Sehnsucht galt.« (Theodor W. Adorno)
Eine ungeordnete Party im Stadtraum ist unerträglich. Ein City-Rave ist also der Counterpart des Bedürfnisses der Spießer_innen nach der geordneten heilen Welt von der sie selber ahnen das sie eine Lüge ist. Somit droht die Invasion junger Partysan_innen die mit der Sonnenbrille noch ins Bett gehen (irgendwann halt) auf den Strassen »ihrer« Stadt, dem Alltag. Der Alltag ist aber die subtilste Form der Herrschaft, seine Störung ist quasi ein verbrecherischer Akt. Und so muss das Ausseralltägliche alltäglich gemacht werden, durch Einhegen von Parties in Clubs, durch Lärmauflagen oder durch das Aufmarschieren martialischer Polizeiketten bei der Nachttanzdemo. Jegliches Aufblitzen eines Anderen darf nicht sein. In unseren Parties scheint die Möglichkeit des Anderen auf, das sie als Modeunwesen verachten, und das sie für die Auflösung ihrer Traditionen als verantwortlich haluzinieren. Das Verbot muss diesen Verfall eindämmen und es wird vermittels der Repression durchgesetzt werden. Der beständige loopartige Wechsel subversiver ästhetischer Stile, in dem die Spießer_innen den Verfall der Sittlichkeit ausmachen muss aber noch beschleunigt werden, damit das Einrichten im Alltäglichen verhindert wird: mit jeder Party ein neuer style!
What we want…
»Let’s smoke, let’s drink, let’s get trashed and go to bed with sunglasses on, we will always look younger anyway. Why? No time, no yesterday, no tomorrow, just now. We will all dance to the same soundtrack and will never have the same pictures running in our head. Fear of rejection is gone. No dress code, no Policy of Cool. To be unique but comfortably accepted, at night, should be an utopia.« (Miss Kittin)
Auf der Nachttanzdemo wollen wir einen Raum eröffnen, in dem Feiern nicht als Bestätigung des Status Quo verstanden wird. Eine Party soll nicht der Ort sein, indem das Vergessen von Alltag und Job ermöglicht wird. Vielmehr muss es darum gehen andere Erfahrungen zu machen, sich den Logiken des Alltags, im Job, in der Schule, in der Uni zu entziehen und im Feiern eine sinnliche Auseinandersetzung mit Alltag und Kultur zu suchen.
Gegen Deutschland – Freiräume entwickeln, erkämpfen, erhalten!
Ich will meine Stadt, meine Styles, meine Drogen und meine Sexualität!
Tausend Tanzflächen überall und zu jeder Zeit!
Gemeinsamer Aufruf des Vorbereitungsbündnisses der Nachttanzdemo www.nachttanzdemo.tk
Die Fuckparade wird bei Tor 2. des RAW-Geländes gegen 22 Uhr enden.
Dort wird auch die Abschlußkundgebung stattfinden. Anschließend wird direkt weiter gefeiert auf dem internationalen Subkulturfest.
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Nach der Parade: Internationales Subkulturfest ab 22 Uhr im RAW-Tempel, im M.I.K.Z. & im Cassiopeia (alle Revaler Straße)
3 Clubs, 5 Floors, 38 DJs – 6 Euro für alle drei Clubs [Techhouse, Breaks, Electro, D&B, Gabba, Techno, House, Dubstep]