Department of Information & International Relations (DIIR) Central Tibetan Administration Dharamsala – 176215, H.P., India, www.tibet.net 24. Februar 2009
Nichtautorisierte Übersetzung
Botschaft Seiner Heiligkeit des Dalai Lama an das tibetische Volk zum tibetischen Neujahr im Zeichen des Erd-Ochsen
-:-
Anläßlich des Erd-Ochsen-Neujahrs des 17. Rabjung-Zyklus im Tibetischen Königsjahr 2136* möchte ich allen Tibetern meine Grüße entbieten, sowohl denen in Tibet als auch denen, die außerhalb Tibets leben. Ich bete, dass Friede und Wohlstand herrschen und unsere gerechte Sache zu einer allmählichen Lösung gelangen möge.
Obwohl es keine alten oder neuen Phasen in der ständigen Umlaufbewegung der Planeten gibt, aus denen sich Tage, Nächte, Monate und Jahre ergeben, besteht in der ganzen Welt die Tradition, den Anfang eines Neuen Jahres nach Vollendung des vorhergehenden feierlich zu begehen. Ebenso haben auch wir im Schneeland Tibet die Tradition, das Neue Jahr im ersten Mondmonat mit ausgedehnten Festlichkeiten zu feiern, die sowohl spirituelle als auch weltliche Elemente enthalten. Im letzten Jahr wurden wir jedoch Zeuge, wie als Reaktion darauf, dass überall in Tibet die Menschen ihre Verbitterung über die Politik der chinesischen Behörden bekundeten, Hunderte von Tibetern ums Leben kamen und Tausende verhaftet und gefoltert wurden.
Da die Tibeter in Tibet unendliches Leid und unsägliche Schwierigkeiten zu ertragen hatten, ist das Neujahrsfest diesmal gewiss keine Zeit, in der wir wie üblich feiern und Frohsinn walten lassen sollten. Ich bewundere die entschlossene Haltung der Tibeter innerhalb und außerhalb Tibets, zur Begrüßung des neuen Jahres auf festliche Aktivitäten zu verzichten. Ein jeder sollte diese Periode vielmehr nutzen, um von untugendhaftem Tun Abstand zu nehmen und sich positiven Handlungen zu widmen, um die Tugenden zu pflegen und Verdienste anzusammeln, damit all diejenigen, die ihr Leben um der Sache Tibets willen opferten, vor allem jene, die ihr Leben in den tragischen Ereignissen im vergangenen Jahr verloren, durch sukzessive Wiedergeburten in höheren Bereichen bald die Buddhaschaft verwirklichen mögen. Das Verdienst edler Handlungen sollte auch denjenigen zugute kommen, die gegenwärtig Leid erfahren, damit sie so bald wie möglich das Glück der Freiheit genießen mögen. Durch eine solche Ansammlung kollektiver Verdienste sollten wir uns alle um eine baldige Lösung für die gerechte Sache Tibets bemühen.
Wie vorauszusehen war, haben die Behörden in Tibet die Kampagne des Harten Durchgreifens wieder gestartet. In den meisten Städten in ganz Tibet herrscht eine ungewöhnlich hohe Militärpräsenz, überall sind viele bewaffnete Sicherheitskräfte und Truppen unterwegs. Allerorts müssen jene, die auch nur das geringste Anzeichen ihrer Sehnsüchte in der Öffentlichkeit erkennen lassen, mit Festnahme und Folter rechnen. Besonders den Klöstern wurden drastische Restriktionen auferlegt, die patriotische Umerziehung ist wieder in vollem Schwunge und ausländische Touristen können Tibet nur in sehr beschränktem Maße besuchen.
In geradezu provokativer Weise ordnete die Regierung an, das Neujahrsfest nun erst recht zu feiern. Wenn wir alle diese Entwicklungen betrachten, wird deutlich, dass Absicht und Ziel der Behörden hinter diesen Maßnahmen sind, die Tibeter einem solchen Grad an Grausamkeit und Schikanen auszusetzen, dass sie es nicht mehr aushalten können und sich veranlasst sehen, erneut zu demonstrieren. Sollte dies geschehen, gibt es den Behörden jeden Vorwand, in noch nie erlebter und unvorstellbar gewalttätiger Weise zuzuschlagen. Daher möchte ich eindringlich an das tibetische Volks appellieren, es möge sich in Geduld üben und nicht auf diese Provokationen reagieren, damit nicht das wertvolle Leben so vieler Tibeter vergeudet wird, und sie nicht Folter und Leid erfahren müssen.
Es versteht sich von selbst, welch große Hochachtung ich für den Enthusiasmus, die Entschlossenheit und den Opfermut der Tibeter in Tibet empfinde. Es ist jedoch schwierig, durch das bloße Opfer seines Lebens wirklich etwas zu erreichen. In erster Linie haben wir uns unwiderruflich dem Pfad der Gewaltlosigkeit verpflichtet, und es ist wichtig, dass wir nicht von ihm abweichen.
Noch einmal bete ich, dass das tibetische Volk von Unterdrückung und Folter befreit werden und sich des Glücks der Freiheit erfreuen möge. Mögen alle Lebewesen allezeit glücklich sein!
Der Dalai Lama
Den 25. Februar 2009 (was dem ersten Tag des ersten Monats des tibetischen Jahres des Erd-Ochsen entspricht)
* Anm. des Übs: Das tibetische Königsjahr ist die Anzahl der Jahre seit der Thronbesteigung des ersten tibetischen Königs Nyatri Tsenpo im Jahre 127 v. Chr. Es müssen daher 127 Jahre zu unserer Zeitrechnung hinzugerechnet werden, also 2009 + 127 = 2136. Durch die Verknüpfung von zwölf Tiernamen mit fünf Elementnamen ergibt sich ein 60 Jahre dauernder Rabjung genannter Zyklus. Wir befinden uns im 17. Zyklus des laufenden Großzyklus (60 x 60), der im Jahr 1027 unserer Zeitrechnung begonnen hat.
Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching ************************************************************* * Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) * Arbeitsgruppe München * Adelheid Dönges, Packenreiterstr. 18, 81247 München * Tel (+49 89) 811 35 74 oder (+49 40) 480 80 77 (Angelika Mensching) * tibet @ igfm-muenchen . de, www.igfm-muenchen.de/tibet/tibetstart.html * Spendenmöglichkeit: IGFM München, * Kto 158393803, Postbank München, BLZ 700 100 80 * IBAN DE71700100800158393803 – BIC PBNKDEFF * Bei den Übersetzungen handelt es sich um nicht-authorisierte. ***********************************************************
Brief eines Studenten aus Amdo an die Menschen in aller Welt
Der folgende Brief wurde von einem Studenten aus der Region Amdo unter dem Pseudonym Rolang oder Zor verfaßt; abschließend drückt der Autor seine Hoffnung aus, daß er ins Englische übersetzt werde und bei internationalen Organisationen, den Vereinten Nationen und Tibet-Freunden auf der ganzen Welt Verbreitung finde.
3. Die Menschen in Kham und in Tso-ngön (Provinz Qinghai), denen die verabscheuungswürdigen Täuschungsmanöver und grausamen Strategien der chinesischen Regierung bekannt waren, veranstalteten “Friedensmärsche”, um ihrer tiefempfundenen Sehnsucht nach Freiheit und Demokratie Ausdruck zu verleihen, aber sogar dann noch wurden sie von der chinesischen Regierung als “Separatisten” und “Terroristen” hingestellt. Viele meiner tibetischen Brüder und Schwestern wurden bestialisch geschlagen und befinden sich noch heute in Haft (In der Region Kardze in Kham wurden die Nonnen von den chinesischen Soldaten so grausam geschlagen, daß etliche ihr kostbares Leben, verloren).
Viele Tibeter, Kinder, Alte, junge Leute, Frauen, an denen die Soldaten im Gefängnis ihre Mordlust und ihren Sadismus ausließen, gaben ihr Leben dahin für die Freiheit unseres Volkes und um der zukünftigen Generationen willen. Ein Tibeter berichtet über seine Zeit im Gefängnis: “Die Methoden, mit denen die chinesische Regierung unser Volk unterdrückt, sind unsagbar grausam. Doch was den Tibetern in den finsteren Gefängniszellen angetan wird, ist noch viel schlimmer. Als ich im Gefängnis war, sah ich, wie Soldaten die Tibeter schlugen und ermordeten; manche benutzten sie als Übungsobjekte für ihren Kampfsport; einige erstachen sie; andere pißten auf sie; wieder andere traten ihnen ins Gesicht und brachten sie dann um, viele wurden einfach erschossen.”
Das ist es, was man immer wieder von jenen zu hören bekommt, die sich in Haft befanden und mittlerweile wieder freigelassen wurden: die eindrucksvolle Schilderung von grausamer Unterdrückung und bestialischer Mißhandlung.
Am 16. März 2008 organisierten die tibetischen Bewohner, sowohl Mönche als auch Laien, an verschiedenen Orten der Provinz Qinghai, etwa in Rebkong und Chentsa, “Friedensmärsche” und andere Aktivitäten, mit denen sie sich aber durchweg im Rahmen des Gesetzes bewegten. Die chinesische Regierung setzte diesen jedoch sogleich ein Ende. Heißt es aber nicht in der chinesischen Verfassung, daß die Gewalt in der Volksrepublik China (VRC) beim Volke liege und das Volk die Gewalt auszuüben habe?
Es besteht kein Zweifel, daß es sich bei dem jüngsten Volksaufstand um friedliche Protestaktionen handelte, durch die das tibetische Volk seiner Sehnsucht nach Freiheit, Demokratie und Achtung der Menschenrechte sowohl mit Worten als auch mit Taten Ausdruck verlieh und gegen eine korrupte Regierung protestierte, die diese Werte mit Füßen tritt und der Gerechtigkeit den Rücken gekehrt hat.
Aus Empörung über eine Regierung, die aus Weiß Schwarz macht und die Wahrheit in Lügen verkehrt, erhoben sich die Bewohner von Ngaba am 16. März 2008. Obgleich diese Menschen ihre Parolen “friedlich und im Namen des Dalai Lama” riefen, behauptete die Regierung, daß dies nichts anderes als ein Ausbruch von „Gewalttätigkeit, mutwilliger Zerstörung, Plünderei und Brandstiftung”, ein “Aufstand gegen die Partei” und “gegen das Gesetz der Volksrepublik China (VRC)” sei und schickte die Bewaffnete Volkspolizei gegen die Demonstranten los. Mehr als 20 Menschen verloren dabei ihr Leben. Unter den Opfern befanden sich die Schülerin Lhundrup Kyi, die auf ihrem Weg zur Schule erschossen wurde, Tashi, der sich selbst das Leben nahm und so fort, alles in allem 20 junge Männer und Frauen. Viele Einwohner von Ngaba wurden von der Bewaffneten Volkspolizei unmenschlich geschlagen; wieder andere wurden bei der Schießerei verletzt und verstarben später, weil die Krankenhäuser sich weigerten, ihre Wunden zu behandeln. Die chinesische Regierung erklärte der Welt, sie “gehe mit der Situation in Tibet behutsam um”, doch dieser “behutsame Umgang” bedeutete für uns Schläge, Mord und Haft. Die chinesische Regierung ging sogar soweit, diejenigen die den größten Respekt für die menschlichen Werte der Freiheit, der Demokratie, des Friedens und der Gleichheit haben, zu täuschen und das Festhalten an der Wahrheit als verwerflich hinzustellen und diejenigen, die es dennoch taten, anzugreifen.
Menschen so lange zu schlagen, bis sie tot sind, ist etwas, wovon man im 21. Jahrhundert nicht einmal mehr hören sollte. Es erinnert an die Ära der “Demokratischen Reformen” [dem kommunistischen Terror Ende der 50er Jahre]; doch sind die Tibeter in Tibet heutzutage nicht nur exakt den gleichen Unterdrückungs- und Ausbeutungsmechanismen und Mißhandlungen ausgesetzt wie während der „Demokratischen Reformen“, sie haben auch genau dieselbe Art von Schlägen und entsetzlichen Folterungen zu erleiden, wie man sie aus der Zeit der Kulturrevolution kennt. So also ist es um die “brüderliche Liebe zu den tibetischen Massen” und die “große Sorge“ um sie bestellt, von denen die Partei so gerne spricht.
In dem Artikel “Welche Rechte haben wir wirklich?” heißt es: “Ein Mann in den 40ern, der zu dem Shikalo Hauswesen in Charo Xiang in Ngaba gehörte, wurde unter falschen Beschuldigungen derart brutal zusammengeschlagen, daß er starb. Zwei Mönche des Klosters Kirti, Tösam und Jinpa, setzten im Gefängnis ihrem Leben lieber selbst ein Ende, als noch länger der Brutalität der Sicherheitskräfte ausgesetzt zu sein. Wir hörten, sie hätten Abschiedsbriefe hinterlassen, doch weit davon entfernt, daß diese Dokumente ihren Familien und Freunden übergeben worden wären, bekamen sie noch nicht einmal ihre Leichen zu sehen.
4. In ähnlicher Weise gab es große friedliche Protestmärsche, bei denen die Leute nach Freiheit für Tibet riefen, in der Präfektur Golok, in Taktsang Lhamo und Thangkor in Ngaba, in Achi, Jam-mé, Chungchu, Zungchu, Dzamtang, Kardze, Labrang, Amchok, Tsoe und so fort. Doch die chinesische Regierung stellte alle als Akte von “Gewalttätigkeit, mutwilliger Zerstörung, Plünderei und Brandstiftung” hin, und beantwortete sie mit Angriffen auf das tibetische Volk und falschen Beschuldigungen. An einem einzigen Tag wurden 19 Mönche aus Taktsang Lhamo, unter ihnen der 16jährige Soepa, verhaftet, die Klosterschule wurde geschlossen und sämtliche religiösen Aktivitäten eingestellt. Drei Mönche des Klosters Jam-mé in Dzoegé, über 60 Mönche und Laien aus Thangkor und alle Mönche und Dorfbewohner des Dorfes Achi wurden verhaftet. Im Bezirk Chungchu wurden etwa 20 Studenten und 30 Mönche und Laien verhaftet, während in Ngaba 20 Personen getötet und ein großer Teil der Bevölkerung festgenommen wurde. Diese Zahlen wurden von Augenzeugen genannt, doch es hat vermutlich viel mehr Vorfälle gegeben, über die nichts bekannt geworden ist.
An Orten wie Labrang, Amchok und Tsoe schoß die Polizei mit Tränengas in die friedlich demonstrierende Menschenmenge und bedrohte sie mit ihren Waffen. Als die Repressionen und die Übergriffe gegenüber dem tibetischen Volk jeden Tag schlimmer wurden, organisierten die Studenten des Northwest Nationalities Institute, die nicht mehr zuschauen konnten, wie die chinesische Regierung die Wahrheit in Lügen ummünzte und unschuldige Tibeter verhaftete, schlug und tötete, eine friedliche Demonstration unter dem Motto “Solidarität mit dem tibetischen Volk, für Demokratie und die Achtung vor dem Leben!” – Zum Zeichen der Trauer um ihre Landsleute, die niedergemetzelt, schlicht erschlagen oder erschossen wurden, und um der Sache unseres Volkes willen. Sie traten für eineinhalb Tage in einen Hungerstreik. Zur selben Zeit veranstalteten auch die Studenten der Central Nationalities University einen 4stündigen Hungerstreik, bei dem sie um die Tibeter trauerten, die um der Sache der Freiheit und Demokratie willen getötet wurden. Ähnliche Hungerstreiks organisierten auch die Studenten des Ausbildungsinstitutes für Lehrer in der Provinz Qinghai, der Southwest Nationalities University und des Ausbildungsinstituts für Lehrer in Barkham.
Diese Proteste der Studenten, die im Einklang mit dem geltenden Recht standen, richteten sich gegen eine Regierung, die die Rechte und Interessen ihrer nationalen Minderheiten mit Füßen tritt. Doch wieder setzte der Staat sie Ausbrüchen von „Gewalttätigkeit, mutwilliger Zerstörung, Plünderei und Brandstiftung“ gleich. Die Staatsmacht fiel über die Studenten her und viele wurden verhaftet. Es wurden Studenten des Ausbildungsinstitutes für Lehrer in der Provinz Qinghai und 14 Studenten aller Klassen des Barkham Institutes festgenommen. Unter ihnen befanden sich Konchok und Losang aus Ngaba; Rinchen Dorje und Drolma Chap aus Dzoege, Boechung aus Chung, und so fort. Einige dieser Studenten werden, wie beispielsweise Sadruk, einer der Studenten aus dem letzten Studienjahr, durch die Schläge, die ihnen versetzt wurden, für immer verkrüppelt bleiben. Es heißt, daß die verhafteten Studenten zu lebenslanger Haft verurteilt wurden. Fortsetzung folgt…
Übersetzung: Melanie Pelka, Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching
*************************************************************
* Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
* Arbeitsgruppe München
* Adelheid Dönges, Packenreiterstr. 18, 81247 München
* Tel (+49 89) 811 35 74 oder (+49 40) 480 80 77 (Angelika Mensching)
* tibet(@)igfm-muenchen.de, www.igfm-muenchen.de/tibet/tibetstart.html
* Spendenmöglichkeit: IGFM München,
* Kto 158393803, Postbank München, BLZ 700 100 80
* IBAN DE71700100800158393803 – BIC PBNKDEFF
* Bei den Übersetzungen handelt es sich um nicht-authorisierte.
***********************************************************
Tibetan Solidarity Committee (Tibetisches Solidaritätskomitee), http://www.stoptibetcrisis.net
Pressemitteilung, 13. August 2008
Tibet durch das Prisma der Pekinger Olympiade betrachtet
=============================================================
Ein tibetisches Sprichwort besagt: „Wenn man einen Teil einer Sache durchblickt, versteht man auch die ganze“. So können wir auch die Situation Tibets durch das Prisma der Olympischen Spiele in Beijing anschauen.
Einige Wochen vor dem Beginn der Olympischen Spiele in Beijing ordneten die Behörden die Ausweisung von Personen tibetischer Herkunft aus der Stadt und Umgebung an und befahlen ihnen, sich in ihre Heimat oder an andere weit entfernte Orte zu begeben. Hotels und Gästehäuser wurden angewiesen, die Ankunft jedes Tibeters unverzüglich der nächsten Polizeistation zu melden.
Ein Künstlertrupp aus der Autonomen Region Tibet (TAR) hatte Monate lang für seinen Auftritt bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele geübt. Die Darsteller wurden für weitere rigorose Proben, die sich über mehrere Tage und Nächte erstreckten, im voraus nach Peking beordert. Doch trotz dieses riesigen Aufwands waren 99 % der Auftritte bei der
Eröffnungszeremonie von der vorherrschenden Han-Kultur bestimmt, während die anderen 55 Nationalitäten, darunter auch Tibeter, auf ein paar Sekunden beschränkt wurden. Hier trat einmal mehr der übliche Han-Chauvinismus der chinesischen Regierung zu Tage.
Das tibetische Volk ist für seine Tapferkeit, seine Kraft und Gewandtheit bekannt. Doch trotz dieser ihm angeborenen Fähigkeiten hat bislang noch kein Tibeter China während der Olympischen Spiele repräsentiert, nicht einmal in den Disziplinen Reiten oder Bogenschießen, in denen sich die Tibeter durch großes Geschick auszeichnen, ganz zu schweigen von den anderen Sportarten, für die kein einziger Tibeter nominiert wurde.
Was wir allerdings als ein Spezialprogramm während der Olympischen Spiele erachten können, ist eine Ausstellung, in der die „finstere und barbarische alte tibetische Gesellschaft“ vorgestellt wird, die sich, wie die chinesische Regierung behauptet, dank der Fürsorge der Kommunistischen Partei in eine „strahlende und glückliche Gesellschaft“ verwandelt habe.
Die chinesische Regierung erlaubte Medienvertretern während der Olympischen Spiele, alle Orte des Landes außer Tibet zu besuchen. Tibet befindet sich weiterhin in einem Zustand militärischer Belagerung mit einschneidenden Restriktionen für die Bevölkerung. Die Berichte über Verhaftungen und Hausdurchsuchungen, ja sogar über willkürliche Erschießungen, reißen nicht ab. Die Mönche der Klöster Drepung und Nechung in Lhasa befinden sich weiterhin unter strengster Aufsicht durch das Sicherheitspersonal und haben keine Bewegungsfreiheit. Tibetischen Beamten wurde außerdem verboten, während der olympischen Spiele von ihren Arbeitsplätzen fern zu bleiben und Urlaub zu nehmen.
Tibet-Aktivisten, die in Beijing gegen die chinesische Tibetpolitik protestierten, wurden augenblicklich festgenommen und des Landes verwiesen, während Reporter, die diese Vorfälle aufzunehmen versuchten, angegriffen und abgeführt wurden, um sie an der Berichterstattung zu hindern.
Die Art und Weise, wie China die Olympischen Spiele gestaltet, zeigt uns, daß es keine Spur von Gleichheit unter den Nationalitäten gibt und das tibetische Volk genauso wie zuvor unterdrückt wird. All dies steht in krassem Widerspruch zu Mao Tsetungs Diktum: „Beijing gehört allen 56 Nationalitäten Chinas.“
Übersetzung: Melanie Pelka, Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching
*************************************************************
* Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
* Arbeitsgruppe München
* Adelheid Dönges, Packenreiterstr. 18, 81247 München
* Tel (+49 89) 811 35 74 oder (+49 40) 480 80 77 (Angelika Mensching)
* tibet(@)igfm-muenchen.de, www.igfm-muenchen.de/tibet/tibetstart.html
* Spendenmöglichkeit: IGFM München,
* Kto 158393803, Postbank München, BLZ 700 100 80
* IBAN DE71700100800158393803 – BIC PBNKDEFF
***********************************************************
Dr. Motte sagt: “Olympia ist die Zeit zwischen den Spielen”
“Elitär, autoritär, undemokratisch – Die olympische Führungskaste IOC
Das Internet ist zensiert, ausländische Reporter können sich nicht frei bewegen, von Pressefreiheit keine Spur. Das Gastgeberland China zeigt sich kurz vor Eröffnung der Olympischen Spiele unnachgiebig diktatorisch.”
DAS WOLLTE ICH EUCH NICHT VORENTHALTEN! da hab ich ein schönes t-shirt als protest gegen die olypischen spiele gefunden…
klickst du foto, kriegst du t-shirt
loß, zieht das t-shirt an und zeigt allen, daß wir die spiele in china doof finden, in einem land, in dem die pressefreiheit und meinungsfreiheit nicht existiert, jährlich 8000 todesurteile gefällt werden, neun millionen bauern keine rechte haben, und selbst erdbebenopfer die jetzt die mißstände anklagen ins gefängniss wandern, die auf dem platz des himmlischen frieden ein massaker gegen demonstrierende studenten verübten und die friedlichen tibeter und mönche wegen der ausübung ihrer religion foltern und einsperren. hat so ein land die olypischen spiele verdient? dr. motte sagt: “NO-OLYMPIA 2008 IN PEKING!”
100 Millionen Kerzen Für Tibet Weltweit
Heute ab 21.00 UhrCandle 4 Tibet. Kerzen zu Hause oder an öffentlichen Plätzen aufstellen
- Morgen ist die Eröffnung der Olympischen Spiele in Bejjing.
Immer wieder wird gefragt, wie die Menschenrechtsorgansiationen, die über Ereignisse in Tibet berichten, zu ihren Informationen kommen. Hier ist die Antwort darauf, aus der deutlich wird, welche Gefahr Tibeter eingehen, die eine Nachricht nach außen dringen lassen. www.phayul.com, 31. Juli 2008 Ausplaudern von Staatsgeheimnissen: Peking ahndet jegliches Reden über Menschenrechte ============================================================================ Tenzin Norgay vom Tibetischen Zentrum für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) verfolgt die aus Tibet kommenden Berichte über Menschenrechtsverletzungen nun seit über sechs Jahren. Besonders zu schaffen machen ihm die unrealistischen Hoffnungen jener, die sie ihm übermitteln. „Jeder erwartet, daß sich die Dinge über Nacht änderten“. Der 30jährige Norgay ist einer der 12 Mitarbeiter des Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD) in Dharamsala, einer bescheidenen aber motivierten NGO, die sich der Überwachung der Menschenrechtslage in einem Land gewidmet hat, in dem wohl schärfere Kontrollen als irgendwo sonst auf Erden herrschen. Meistens kommen die Informationen, die das Zentrum erhält, über eine Drittpartei, oftmals über Tibeter im Exil. In letzter Zeit jedoch schmolzen die Berichte, die früher das Büro überfluteten, infolge der extrem harten staatlichen Überwachungsmaßnahmen in Tibet auf einen Bruchteil zusammen.
Es ist schon ein Riesenproblem, überhaupt Menschenrechtsinformationen aus Tibet zu bekommen, doch das Personal des TCHRD sieht sich einer noch größeren Herausforderung gegenüber, nämlich der, die erhaltenen Berichte zu verifizieren. „Sie könnten sich als ein bloßes Gerücht herausstellen, weshalb wir sehr behutsam vorgehen müssen, um herauszuschälen, was die wirkliche Lage ist“, sagte Norgay. Auf meine Frage, was sie tun, wenn sich eine Information, die sehr wichtig erscheint, nicht als echt erweisen sollte, antwortet er: „Wenn wir mit unseren Quellen die Geschichte nicht untermauern können, dann lassen wir sie fallen, es ist sehr problematisch“.
Die logistischen Schwierigkeiten sind eng mit den ethischen verbunden. Das Zentrum verfügt über eine Reihe von Bildern, die es nicht veröffentlichen kann, weil es nicht genügend erhärtende Informationen dazu hat. Doch selbst wenn die Mitarbeiter ein Bild als echt erklären können, entscheiden sie vielleicht doch, es nicht herauszugeben. „Wir alle wissen, daß derartige Bilder großes Unheil für die Urheber und Übermittler bedeuten können.“ Damit eine Geschichte oder ein Photo ernst genommen werden, müssen sie von Details wie Name, Alter und Ort begleitet werden. Und da ist der Haken. Durch derartige Angaben werden Menschen in Gefahr gebracht.
Gelegentlich gerät das Zentrum in Konflikt mit Reportern, die Namen und Tatsachen verlangen, um für ihre eigenen Geschichten verbürgen zu können. „Wir halten nichts von den Eil- und Spitzenmeldungen“, meinte Norgay. „Damit könnte die Menschenrechtsethik bis zu einem gewissen Grad überstrapaziert werden“.
Wie er erklärt, betrachtet „China die Berichterstattung über Menschenrechtsverletzungen an die Außenwelt nicht als eine edle Sache, sondern als Verrat von Staatsgeheimnissen. Die Behörden sehen in Personen, die so etwas tun, keine Menschenrechtsaktivisten oder Menschenrechtsverteidiger, sondern Kriminelle, die sie sogar als Terroristen brandmarken können. Das ist ein entsetzliches Problem für uns. Wir möchten nicht, daß jemand im Gefängnis landet.“ Die Mitarbeiter des Zentrums wissen genau, was das bedeutet. Zwei von ihnen, Dawa Tsering und Jampa Monlam, sind selbst ehemalige politische Gefangene, die vier bzw. fünf Jahre im Drapchi-Gefängnis in Lhasa eingesperrt waren – einem Ort, der gleichbedeutend mit Folter ist.
So sorgfältig sie auch sein mögen, es ist unvermeidlich, daß gelegentlich die eine oder andere ihrer Quellen in Tibet von den chinesischen Sicherheitskräften entdeckt wird, die eine umfassende Kontrolle über persönliche Kommunikationskanäle wie Telefon und Email ausüben. Norgay wird ganz leise, als er auf meine Frage antwortet, wie sein Büro mit so etwas umgeht. „Wann immer Personen festgenommen und ins Gefängnis geworfen werden, weil sie den Mut aufbrachten, der Außenwelt die Wahrheit über Tibet mitzuteilen, dann empfinden wir es als einen schweren Verlust“.
Aber zuweilen bestehen die Informanten sogar darauf, daß das Zentrum das veröffentlicht, was sie ihm mitgeteilt haben. „Sie sagen dann, und das ist wirklich tapfer von ihnen: ‚Macht euch keine Sorgen um uns, wir sind bereit uns zu opfern’. Wenn sie so etwas mit solchem Enthusiasmus und so starkem Willen sagen, dann fragen wir noch einmal zurück: ‚Wollt ihr wirklich, daß wir es veröffentlichen?’ Und wenn sie dann ‚Ja’ sagen, bleibt uns nichts anderes übrig als es zu tun. Sie sind sich des Risikos, das sie damit eingehen, voll bewußt“.
Ich vermute, daß Norgay sein Mobiltelefon ständig in Betrieb hat. „24 Stunden am Tag, Jeder kann mich aufwecken, zu jeder beliebigen Zeit“, sagt er und lächelt zum ersten Mal während unseres Gesprächs.
Rebecca Novick ist eine derzeit in Dharamsala lebende Journalistin, die Programme für den Radiosender „Tibet Connection“ herstellt. Quelle: The Huffington Post (nicht-autorisierte Übersetzung). ************************************* Die Seite von China-Observer gehört zu denjenigen, die in dem Medienzentrum in Peking blockiert wurde, näheres siehe PRESSEMITTEILUNG des china-observer.de: http://www.china-observer.de/index.php?entry=entry080802-093435
Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching ************************************************************* * Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) * Arbeitsgruppe München * Adelheid Dönges, Packenreiterstr. 18, 81247 München * Tel (+49 89) 811 35 74 oder (+49 40) 480 80 77 (Angelika Mensching) * tibet@igfm-muenchen.de, www.igfm-muenchen.de/tibet/tibetstart.html * Spendenmöglichkeit: IGFM München, * Kto 158393803, Postbank München, BLZ 700 100 80 * IBAN DE71700100800158393803 – BIC PBNKDEFF * Bei den Übersetzungen handelt es sich um nicht-authorisierte. ***********************************************************
am Sonntag, 10. August 2008 in der ufaFabrik Berlin, Viktoriastr. 10-18, 12105 Berlin / Tempelhof
Die Veranstaltung ist ein Benefiz für die TibetanChildren’s Villages-Projekte (TCV) des DANA e.V. München/ www.dana-ev.de.
Die Künstler/Innen treten kostenlos auf. Der gesamte Erlös kommt direkt tibetischen Flüchtlingskindern zugute.
Vor der Kulisse der ehemaligen Filmschatzkammern der UFA werden Hollywood-Schauspielerin und Tibet-Aktivistin Yangzom Brauen und der Berliner Entertainer & Sänger MichiMC durch das Programm ab 15 Uhr führen und uns auf eine musikalische Reise über 5 Kontinente um die ganze Welt führen – als Zeichen der weltweiten Solidarität mit dem tibetischen Volk.
Zur Party ab 22 Uhr wird u.a. Dr. Motte, der Erfinder der Loveparade auflegen.
Mit unserem Event unterstützen wir damit auch die weltweite Protest-Aktion “A CANDLE FOR TIBET” www.candle4tibet.org anlässlich der Eröffnung der Olympischen Spiele in Beijing.
Nach alter Tradition wird in Tibet das „Fest des Gesangs, der Oper und des Theaters“ über mehrere Tage gefeiert, was nach unserem Kalender auf einen Zeitraum zwischen August und September fällt. Wie das Tibetische Volk feiern wir dieses Fest mit Musik/ Konzerten, Film/ Videos, Infos und Party-DJs.
Das Event bringt uns die Kultur und Traditionen des tibetischen Volkes näher und steht für Toleranz, Freiheit und Frieden in der ganzen Welt!
Mit dieser Party wollen wir auch an das Schicksal Tibets erinnern und anlässlich der Olympischen Spiele in Beijing ein an China gerichtetes Zeichen setzen, die Menschenrechte und Freiheiten einzuhalten.
Durch die zunehmende Chinesisierung in allen Lebensbereichen fällt es den Tibetern immer schwerer ihre eigene Kultur zu leben, was bis dahin führt, dass immer weniger Tibeter ihre eigene Sprache beherrschen. Deshalb unterstützen wir speziell Tibetische Flüchtlingskinder und -jugendliche in Indien darin, ihre Kultur unbeeinträchtigt von politischen Strömungen zu leben. Durch die jahrelange Hilfstätigkeit des DANA e.V. ist gesichert, dass die Hilfe wirklich direkt und uneingeschränkt den Kindern zugute kommt.
Feiern auch Sie mit uns und helfen Sie mit! Berichten Sie über unser Benefiz-Event!
Während des Festes gibt es einen BAZAR mit Info-und Verkaufsständen, Kinderprogramm und Kinder-Attraktionen.
Im Theatersaal läuft zur Veranstaltung ein Film-/ Videoprogramm mit Filmen u.a. von Kurt Frischknecht, Thomas Wilke, Angelique & Michael Pakleppa, Inka Jochum, Andrea Bakos und Stor Dubiné.
Infos zum Event finden Sie u.a. auf folgenden Websites: